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Brutto zu Netto: Wie viel bleibt vom Gehalt übrig?

Steuern, Sozialabgaben und Steuerklassen einfach erklärt – aktuell für 2026

📅 Aktualisiert: Juni 2026

Viele Arbeitnehmer in Deutschland fragen sich: Wie viel Geld bleibt vom Bruttogehalt übrig? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab — vor allem von der Steuerklasse, dem Kirchensteuerstatus und dem Bundesland. Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, wie die Berechnung funktioniert.

Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?

Das Bruttogehalt ist der vereinbarte Lohn vor allen Abzügen. Das Nettogehalt ist der Betrag, der tatsächlich auf dem Konto landet — nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen.

Faustformel: Bei einem durchschnittlichen Bruttolohn in Steuerklasse 1 bleiben etwa 60–65% netto. Bei niedrigeren Gehältern mehr, bei höheren Gehältern tendenziell weniger (Steuerprogression).

Was wird vom Brutto abgezogen?

1. Lohnsteuer

Die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer. Sie wird monatlich vom Arbeitgeber einbehalten und direkt ans Finanzamt abgeführt. Die Höhe hängt von der Steuerklasse und dem Einkommen ab. Deutschland hat ein progressives Steuersystem: Je mehr man verdient, desto höher der Steuersatz.

2. Solidaritätszuschlag

Seit 2021 zahlen rund 90% der Arbeitnehmer keinen Soli mehr. Er entfällt, wenn die Lohnsteuer unter einem bestimmten Schwellenwert liegt. Für Spitzenverdiener gilt weiterhin 5,5% der Lohnsteuer.

3. Kirchensteuer (optional)

Wer Mitglied einer Kirche ist, zahlt Kirchensteuer: 8% der Lohnsteuer in Bayern und Baden-Württemberg, 9% in allen anderen Bundesländern. Der Kirchenaustritt beendet diese Pflicht.

4. Sozialversicherungsbeiträge

Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich diese Beiträge je hälftig:

VersicherungArbeitnehmer-Anteil 2026
Krankenversicherung7,3% + Zusatzbeitrag (~1,7%)
Rentenversicherung9,3%
Arbeitslosenversicherung1,3%
Pflegeversicherung1,7% (ohne Kinder: +0,6%)
Gesamt ca.~20,5%

Die Steuerklassen im Überblick

Die Steuerklasse hat großen Einfluss auf die monatliche Lohnsteuer. In Deutschland gibt es 6 Steuerklassen:

KlasseFür wen?Lohnsteuer
SK 1Ledige, Geschiedene, VerwitweteNormal
SK 2AlleinerziehendeNiedriger (Entlastungsbetrag)
SK 3Verheiratet, HauptverdienerAm niedrigsten
SK 4Verheiratet, ähnliches EinkommenWie SK 1
SK 5Verheiratet, GeringverdienerAm höchsten
SK 6Zweit-/DrittjobSehr hoch

Rechenbeispiel: 3.500 EUR Brutto in Steuerklasse 1

Beispielrechnung (unverheiratet, keine Kinder, keine Kirchensteuer):
Bruttogehalt: 3.500 EUR
− Lohnsteuer: ca. 530 EUR
− Solidaritätszuschlag: 0 EUR (unter Freigrenze)
− Krankenversicherung: ca. 318 EUR
− Rentenversicherung: ca. 326 EUR
− Arbeitslosenversicherung: ca. 46 EUR
− Pflegeversicherung: ca. 60 EUR
= Nettogehalt: ca. 2.220 EUR

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Häufige Fragen

Wie viel Netto bekomme ich bei 2.500 EUR Brutto?

Bei 2.500 EUR Brutto in Steuerklasse 1 bleiben nach Abzug aller Steuern und Sozialabgaben ca. 1.680–1.720 EUR netto. Mit Steuerklasse 3 (Hauptverdiener verheiratet) wären es ca. 1.820 EUR. Der genaue Betrag hängt auch von der Krankenkasse und dem Bundesland ab.

Lohnt sich die Steuerklasse 3/5 für Ehepaare?

Die Kombination 3/5 lohnt sich wenn ein Ehepartner deutlich mehr verdient als der andere. Der Hauptverdiener zahlt monatlich weniger Lohnsteuer. Aber Achtung: Am Jahresende kann eine Nachzahlung entstehen, weil die Kombination die Jahressteuer insgesamt nicht senkt — nur die monatliche Vorauszahlung verteilt sie anders.

Was sind Sozialversicherungsbeiträge?

Sozialversicherungsbeiträge sind Pflichtbeiträge für Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Arbeitnehmer zahlen ca. 20,5% des Bruttogehalts, der Arbeitgeber nochmals denselben Betrag zusätzlich. Die Beiträge sind durch Beitragsbemessungsgrenzen nach oben begrenzt.

Wann muss ich eine Steuererklärung abgeben?

Pflicht bei: Steuerklassenkombination 3/5, Nebeneinkünften über 410 EUR, Kapitalerträgen über Freistellungsauftrag, Lohnersatzleistungen (Elterngeld, Kurzarbeit). Freiwillig lohnt es sich fast immer — durchschnittliche Erstattung ca. 1.095 EUR.