Von der Suche bis zum Einzug: Alle Schritte erklärt
Ein Haus zu kaufen ist die größte finanzielle Entscheidung im Leben der meisten Menschen. In Deutschland kommen zum Kaufpreis erhebliche Nebenkosten hinzu, und der Prozess hat einige rechtliche Besonderheiten die man kennen sollte. Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess.
Der häufigste Fehler: Erst suchen, dann finanzieren. Besser: Erst die Finanzierung klären, dann suchen. Denn ohne Finanzierungsbestätigung nehmen die meisten Makler Sie nicht ernst.
Kaufnebenkosten in Deutschland sind erheblich und müssen in der Regel aus Eigenkapital gezahlt werden:
| Kostenart | Höhe | Fälligkeit |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 3,5–6,5% (je Bundesland) | Nach Beurkundung (4 Wochen) |
| Notarkosten | ca. 1,0–1,5% | Nach Beurkundung |
| Grundbucheintragung | ca. 0,3–0,5% | Nach Eintragung |
| Maklerprovision | 3,57% (je Seite) | Bei Vertragsabschluss |
| Gesamte Nebenkosten | ca. 9–15% |
| Bundesland | Satz |
|---|---|
| Bayern, Sachsen | 3,5% (günstigste) |
| Hamburg | 5,5% |
| Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz | 5,0% |
| Berlin, Hessen | 6,0% |
| Brandenburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen | 6,5% (teuerste) |
Wo und wie suchen?
Bei der Besichtigung auf folgende Punkte achten:
Der Angebotspreis ist selten der finale Preis. Verhandlungsgrundlagen:
In Deutschland muss jeder Immobilienkauf notariell beurkundet werden (§311b BGB). Ablauf:
Der Kaufpreis wird erst nach der Auflassungsvormerkung gezahlt — nie vorher! Die Auflassungsvormerkung schützt den Käufer: Nach ihrer Eintragung kann der Verkäufer die Immobilie nicht mehr an jemand anderen verkaufen.
Mindestens die Kaufnebenkosten (9-15% des Kaufpreises) sollten aus Eigenkapital stammen. Empfohlen: 20-30% Eigenkapital. Mehr Eigenkapital bedeutet niedrigere Zinsen und kleinere monatliche Raten. Mit unter 20% Eigenkapital zahlen Sie deutlich höhere Zinsen.
Notarkosten richten sich nach dem Kaufpreis und sind gesetzlich geregelt (GNotKG). Bei 300.000 EUR Kaufpreis: ca. 2.000-2.500 EUR für Beurkundung. Dazu Grundbucheintragung ca. 500-800 EUR. Zusammen ca. 1-1,5% des Kaufpreises.
Von der Unterzeichnung beim Notar bis zum Eigentumsübergang (Schlüsselübergabe) dauert es typischerweise 6-10 Wochen. In dieser Zeit wird die Grunderwerbsteuer gezahlt, die Auflassungsvormerkung eingetragen und schließlich die Eigentumsumschreibung vorgenommen.
Nein. Sie können auch ohne Makler kaufen — direkt vom Eigentümer oder über Portale. Mit Makler kostet das 3,57% des Kaufpreises (seit 2020 hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt). Makler haben aber oft Zugang zu nicht öffentlich inserierten Objekten.
📚 Quellen: §311b BGB, GrEStG, GNotKG, Grundbuchordnung · Alle Angaben ohne Gewähr · Stand Juli 2026