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Hauskauf in Deutschland 2026: Der vollständige Leitfaden

Von der Suche bis zum Einzug: Alle Schritte erklärt

📅 Aktualisiert: Juli 2026
👩‍💼
Dr. Anna Bergmann
Steuerexpertin & Chefredakteurin · DeutscheRechner.de · 📅 Aktualisiert: Juli 2026

Ein Haus zu kaufen ist die größte finanzielle Entscheidung im Leben der meisten Menschen. In Deutschland kommen zum Kaufpreis erhebliche Nebenkosten hinzu, und der Prozess hat einige rechtliche Besonderheiten die man kennen sollte. Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess.

Neue Hausschlüssel werden dem Käufer übergeben
Foto: Jakub Żerdzicki / Unsplash

Schritt 1: Finanzierung klären — bevor Sie suchen

Der häufigste Fehler: Erst suchen, dann finanzieren. Besser: Erst die Finanzierung klären, dann suchen. Denn ohne Finanzierungsbestätigung nehmen die meisten Makler Sie nicht ernst.

Wie viel können Sie sich leisten?

Beispiel: Familie mit 5.000 EUR Netto/Monat. Max. Rate: 1.500-1.750 EUR. Bei 3% Zinsen und 2% Tilgung (5%/Jahr) können sie ca. 350.000-420.000 EUR finanzieren. Plus Eigenkapital von 80.000 EUR = Kaufpreis bis 430.000-500.000 EUR.

Schritt 2: Die Kaufnebenkosten

Kaufnebenkosten in Deutschland sind erheblich und müssen in der Regel aus Eigenkapital gezahlt werden:

KostenartHöheFälligkeit
Grunderwerbsteuer3,5–6,5% (je Bundesland)Nach Beurkundung (4 Wochen)
Notarkostenca. 1,0–1,5%Nach Beurkundung
Grundbucheintragungca. 0,3–0,5%Nach Eintragung
Maklerprovision3,57% (je Seite)Bei Vertragsabschluss
Gesamte Nebenkostenca. 9–15%

Grunderwerbsteuer nach Bundesland

BundeslandSatz
Bayern, Sachsen3,5% (günstigste)
Hamburg5,5%
Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz5,0%
Berlin, Hessen6,0%
Brandenburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen6,5% (teuerste)

Schritt 3: Die Immobiliensuche

Wo und wie suchen?

Schritt 4: Besichtigung und Prüfung

Bei der Besichtigung auf folgende Punkte achten:

Schritt 5: Kaufpreisverhandlung

Der Angebotspreis ist selten der finale Preis. Verhandlungsgrundlagen:

Schritt 6: Notartermin und Beurkundung

In Deutschland muss jeder Immobilienkauf notariell beurkundet werden (§311b BGB). Ablauf:

  1. Notar wird vom Käufer ausgewählt (und zahlt die Kosten)
  2. Kaufvertragsentwurf erhält man mind. 14 Tage vorher
  3. Beide Parteien erscheinen beim Notar, Vertrag wird vorgelesen
  4. Unterschrift und Beurkundung
  5. Notar veranlasst Auflassungsvormerkung und Grundbucheintragung

Schritt 7: Kaufpreiszahlung

Der Kaufpreis wird erst nach der Auflassungsvormerkung gezahlt — nie vorher! Die Auflassungsvormerkung schützt den Käufer: Nach ihrer Eintragung kann der Verkäufer die Immobilie nicht mehr an jemand anderen verkaufen.

💡 Wichtig: Zahlen Sie nie Anzahlungen ohne notarielle Absicherung! Seriöse Verkäufer und Makler verlangen das nicht. Vorkasse ohne Notar ist ein häufiges Betrugsschema.

Häufige Fehler beim Hauskauf

Der Hauskauf als mehrstufiger Prozess

Ein Hauskauf ist selten ein einzelner Moment, sondern ein Prozess mit mehreren klar abgrenzbaren Phasen, die sich über Monate erstrecken können: Von der ersten Objektsuche über die Finanzierungsprüfung, Besichtigung und Verhandlung bis zum Notartermin und der eigentlichen Übergabe. Wer die einzelnen Schritte kennt, vermeidet typische Anfängerfehler und behält auch bei einem emotional aufgeladenen Kaufprozess einen kühlen Kopf.

Die Kaufnebenkosten: Oft unterschätzt

Neben dem reinen Kaufpreis fallen in Deutschland erhebliche Nebenkosten an, die viele Erstkäufer zunächst unterschätzen:

KostenartHöhe (in % des Kaufpreises)
Grunderwerbsteuer3,5 % – 6,5 % (je nach Bundesland)
Notarkostenca. 1,5 %
Grundbucheintragca. 0,5 %
Maklerprovision (falls zutreffend)ca. 3 % – 7,14 % (regional unterschiedlich, oft geteilt)

In Summe müssen Käufer also mit zusätzlichen 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises an Nebenkosten rechnen — bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro also durchaus 40.000 bis 60.000 Euro zusätzlich, die in der Regel nicht über die Immobilienfinanzierung mitfinanziert werden können und daher als Eigenkapital vorhanden sein sollten.

Grunderwerbsteuer nach Bundesland

BundeslandSteuersatz
Bayern, Sachsen3,5 %
Hamburg5,5 %
Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen5,0 %
Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern6,0 %
Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein6,5 %

Diese teils erheblichen Unterschiede zwischen den Bundesländern können bei der Standortwahl, insbesondere in Grenzregionen zwischen zwei Bundesländern, finanziell relevant werden.

Finanzierung: Die Grundlagen

Vor der eigentlichen Objektsuche sollte die eigene Finanzierungssituation geklärt sein — ein Finanzierungsvorbescheid der Bank gibt Sicherheit über den realistischen Kaufpreisrahmen und stärkt die eigene Verhandlungsposition gegenüber Verkäufern erheblich. Als Faustregel gilt: Mindestens die Kaufnebenkosten, idealerweise zusätzlich 10–20 % des Kaufpreises, sollten als Eigenkapital vorhanden sein, um gute Finanzierungskonditionen zu erhalten. Nutzen Sie unseren Immobilienkredit-Rechner, um verschiedene Finanzierungsszenarien durchzurechnen.

Die Objektbesichtigung: Worauf achten?

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Finanzierungsplanung für den Hauskauf am Laptop
Foto: Georgia de Lotz / Unsplash

Der Kaufvertrag und Notartermin

In Deutschland ist ein Immobilienkaufvertrag ohne notarielle Beurkundung nicht rechtsgültig (§ 311b BGB). Der Notar ist dabei zur Neutralität verpflichtet und vertritt nicht einseitig Käufer oder Verkäufer. Wichtige Punkte, die im Kaufvertrag geregelt werden: Kaufpreis und Zahlungsmodalitäten, Übergabetermin, Mängelhaftung (bei Bestandsimmobilien meist ausgeschlossen, außer bei arglistigem Verschweigen), sowie eventuelle Belastungen im Grundbuch.

Ablauf vom Notartermin bis zur Übergabe

  1. Vertragsentwurf wird meist einige Tage vor dem Termin zur Prüfung zugesandt
  2. Beurkundung beim Notar, meist 30–60 Minuten
  3. Kaufpreisfälligkeit nach Eintragung einer Auflassungsvormerkung im Grundbuch
  4. Zahlung des Kaufpreises
  5. Grundbuchumschreibung (kann mehrere Wochen bis Monate dauern)
  6. Schlüsselübergabe, meist zeitnah nach Kaufpreiszahlung vertraglich geregelt

Häufige Fehler beim Hauskauf

Immobilie als Kapitalanlage vs. Eigennutzung

Wer eine Immobilie nicht selbst bewohnen, sondern vermieten möchte, sollte zusätzlich die zu erwartende Rendite realistisch kalkulieren — inklusive Instandhaltungsrücklage, möglichem Leerstand und steuerlichen Aspekten wie der Abschreibung. Diese Überlegungen unterscheiden sich deutlich von einer Eigennutzung, bei der emotionale und Lebensqualitätsfaktoren stärker ins Gewicht fallen als die reine Rendite.

Häufige Fragen (FAQ)

Berechnung der Kaufnebenkosten mit Taschenrechner
Foto: Kelly Sikkema / Unsplash

Zum Abschluss beantworten wir die häufigsten Fragen rund um den Hauskauf in Deutschland.

Regionale Preisunterschiede am Immobilienmarkt

Die Immobilienpreise unterscheiden sich in Deutschland regional erheblich — zwischen Metropolen wie München oder Hamburg und ländlichen Regionen können Preisunterschiede pro Quadratmeter mehrere hundert Prozent betragen. Wer beim Hauskauf flexibel beim Standort ist, kann durch eine Verlagerung in strukturell ähnliche, aber weniger nachgefragte Regionen erhebliche finanzielle Vorteile erzielen, sollte dabei aber auch Faktoren wie Arbeitsmarkt, Infrastruktur und persönliche Lebensqualität berücksichtigen.

Neubau vs. Bestandsimmobilie

KriteriumNeubauBestandsimmobilie
EnergieeffizienzMeist sehr gut, aktuelle StandardsOft nachrüstungsbedürftig
Gewährleistung5 Jahre gesetzliche BaumängelgewährleistungMeist ausgeschlossen ("gekauft wie gesehen")
KaufpreisMeist höher pro QuadratmeterOft günstiger, aber Sanierungskosten einkalkulieren
LageHäufig Neubaugebiete am StadtrandOft etablierte, zentrale Lagen

Die Rolle des Immobilienmaklers

Ein Makler kann den Suchprozess erheblich erleichtern, insbesondere in angespannten Märkten mit hoher Nachfrage. Seit einer Gesetzesreform gilt bei Vermittlung eines Verkaufs an Privatpersonen meist das Bestellerprinzip oder eine hälftige Teilung der Provision zwischen Käufer und Verkäufer — informieren Sie sich vorab über die in Ihrem Bundesland und Ihrer Situation geltenden Regelungen, da diese sich unterscheiden können.

Energieausweis: Pflicht und Aussagekraft

Seit 2014 ist bei Verkauf oder Vermietung einer Immobilie die Vorlage eines Energieausweises verpflichtend. Unterschieden wird zwischen Verbrauchsausweis (basiert auf tatsächlichem historischen Verbrauch) und Bedarfsausweis (berechnet den theoretischen Bedarf unabhängig vom Nutzerverhalten) — Letzterer gilt als aussagekräftiger für den energetischen Zustand der Bausubstanz selbst.

Checkliste: Die wichtigsten Schritte beim Hauskauf

  1. Eigenkapital und Budget realistisch festlegen
  2. Finanzierungsvorbescheid bei der Bank einholen
  3. Objektsuche mit klaren Kriterien starten
  4. Besichtigungen strukturiert durchführen, idealerweise mit Checkliste
  5. Bei Interesse: Einsicht in Grundbuch und Bauunterlagen verlangen
  6. Kaufpreisverhandlung führen
  7. Notartermin vereinbaren und Vertragsentwurf vorab prüfen
  8. Beurkundung, Grundbucheintragung, Kaufpreiszahlung
  9. Übergabe und Einzug

Instandhaltungsrücklage nicht vergessen

Auch nach dem Kauf sollten Eigentümer eine regelmäßige Rücklage für Instandhaltung und Reparaturen einplanen — als Faustregel werden oft 1-1,5 % des Immobilienwerts pro Jahr genannt. Diese Rücklage verhindert, dass größere, unvermeidliche Reparaturen (Dach, Heizung, Fassade) zu einer plötzlichen finanziellen Belastung werden.

Emotionale Aspekte des Hauskaufs

Ein Hauskauf ist für die meisten Menschen eine der größten finanziellen Entscheidungen ihres Lebens und entsprechend emotional aufgeladen. Ein strukturierter, checklisten-basierter Ansatz hilft, auch bei einem als "perfekt" empfundenen Objekt nicht vorschnell wichtige Prüfschritte zu überspringen.

Der Rückgang der Kaufnebenwirkungen bei geschickter Verhandlung

Ein oft übersehener Hebel: Wird die Maklerprovision zwischen Käufer und Verkäufer geteilt oder trägt sie sogar vollständig der Verkäufer, senkt dies die Kaufnebenkosten des Käufers spürbar. Auch bei der Grunderwerbsteuer gibt es begrenzten Verhandlungsspielraum, etwa wenn im Kaufvertrag mitverkauftes bewegliches Inventar (Einbauküche, Markise) separat und realistisch bewertet ausgewiesen wird — nur der Immobilienanteil unterliegt der Grunderwerbsteuer.

Immobiliengutachten: Wann sinnvoll?

Bei größeren, komplexeren oder besonders alten Immobilien kann ein unabhängiges Wertgutachten helfen, einen realistischen Marktwert zu ermitteln und den Verhandlungsspielraum objektiv zu untermauern. Die Kosten eines solchen Gutachtens liegen meist zwischen 1.500 und 3.000 Euro, können sich aber bei erfolgreicher Preisverhandlung oder aufgedeckten Mängeln um ein Vielfaches auszahlen.

Bauleitplanung und Umgebungsentwicklung prüfen

Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick in den örtlichen Bebauungsplan und geplante Bauvorhaben in der Umgebung — ein heute noch freier Blick kann durch ein genehmigtes Neubauprojekt in wenigen Jahren verschwinden. Diese Information ist beim zuständigen Bauamt öffentlich einsehbar und wird von vielen Käufern vor dem Kauf nicht aktiv geprüft.

Der Kaufpreisfaktor als Orientierungshilfe

Eine verbreitete Kennzahl zur groben Einschätzung, ob ein Immobilienpreis angemessen ist, ist der Kaufpreisfaktor — das Verhältnis von Kaufpreis zur erzielbaren Jahreskaltmiete. Werte um 20-25 gelten in vielen Regionen als noch angemessen, deutlich höhere Faktoren deuten auf eine überhitzte Marktlage hin, bei der eine Vermietung sich kaum noch rechnet und der Kauf primär auf Eigennutzung oder Wertsteigerungserwartung basiert.

Kaufpreisverhandlung: Praktische Taktiken

Eine erfolgreiche Preisverhandlung basiert auf fundierten Argumenten statt reinem Feilschen — etwa vergleichbare kürzlich verkaufte Objekte in der Umgebung, notwendige Sanierungsmaßnahmen, oder eine bereits lange Vermarktungsdauer des Objekts, die auf mangelnde Nachfrage zum aktuellen Preis hindeuten kann. Eine sachliche, gut vorbereitete Verhandlung erzielt in der Regel bessere Ergebnisse als emotionale Argumentation.

Regionale Marktentwicklung beobachten

Immobilienmärkte entwickeln sich nicht überall gleich — während manche Regionen stabile oder steigende Preise verzeichnen, stagnieren oder sinken sie andernorts durch demografische Entwicklung oder wirtschaftsstrukturelle Veränderungen. Eine Recherche zur langfristigen Entwicklung der Zielregion, nicht nur zum aktuellen Momentanpreis, gehört zu einer verantwortungsvollen Kaufentscheidung dazu.

Der Zeitpunkt des Kaufs: Timing am Immobilienmarkt

Anders als bei kurzfristig handelbaren Finanzanlagen lässt sich der ideale Kaufzeitpunkt einer Immobilie kaum präzise timen. Wer auf fallende Preise wartet, riskiert gleichzeitig steigende Zinsen, die die monatliche Belastung stärker erhöhen können als ein moderater Preisrückgang einspart. Für die meisten Käufer ist daher weniger die makroökonomische Markttiming-Frage entscheidend als die individuelle Lebenssituation: Ist der Job stabil, passt die Familienplanung, ist ausreichend Eigenkapital vorhanden?

Genossenschaftswohnungen als Alternative

Neben dem klassischen Immobilienkauf bieten Wohnungsgenossenschaften eine Zwischenform zwischen Miete und Eigentum — gegen einen einmaligen Genossenschaftsanteil erhält man ein dauerhaftes Nutzungsrecht, ohne die volle finanzielle Last und Verantwortung eines Eigentümers zu tragen. Diese Option wird bei der Wohnraumsuche oft übersehen, kann aber besonders in angespannten Märkten eine attraktive Alternative darstellen.

Der Zusammenhang mit der eigenen Altersvorsorge

Eine abbezahlte, selbstgenutzte Immobilie gilt als wichtiger Baustein der Altersvorsorge, da im Ruhestand keine Mietzahlungen mehr anfallen — dieser Vorteil sollte bei der langfristigen Finanzplanung neben der Frage der reinen Rendite mitbedacht werden. Wer eine Immobilie kauft, "spart" faktisch eine lebenslange Mietbelastung, was insbesondere in Regionen mit stark steigenden Mieten langfristig einen erheblichen finanziellen Vorteil bedeuten kann.

Erbschaftliche Überlegungen beim Immobilienkauf

Bereits beim Kauf einer Immobilie kann es sinnvoll sein, spätere erbschaftliche Aspekte mitzudenken — etwa durch eine frühzeitige Beteiligung von Kindern am Eigentum oder eine durchdachte testamentarische Regelung. Mehr dazu im Artikel zur Erbschaftsteuer, der die steuerlichen Aspekte der Immobilienübertragung an die nächste Generation vertieft.

Barrierefreiheit und altersgerechtes Wohnen

Für Käufer, die langfristig in der Immobilie alt werden möchten, lohnt sich ein Blick auf Barrierefreiheit — stufenloser Zugang, ausreichend breite Türen, ebenerdiges Bad. Nachträgliche altersgerechte Umbauten sind oft deutlich teurer als eine von vornherein durchdachte Planung, insbesondere bei tragenden Wänden oder ungünstigen Grundrissen.

Checkliste für die Objektunterlagen

Zusammenfassung

Der Hauskauf ist ein komplexer, aber gut strukturierbarer Prozess. Wer sich mit den einzelnen Phasen — Finanzierung, Objektsuche, Besichtigung, Notartermin — vertraut macht und typische Fehler kennt, trifft am Ende eine fundierte, gut abgesicherte Kaufentscheidung, die über Jahrzehnte trägt.

Regionale Förderprogramme der Bundesländer

Über die bundesweite KfW-Förderung hinaus bieten viele Bundesländer und Kommunen eigene Förderprogramme für den Ersterwerb von Wohneigentum, insbesondere für Familien mit Kindern. Diese Programme unterscheiden sich stark in Ausgestaltung und Höhe und ändern sich regelmäßig — eine Recherche bei der zuständigen Landesförderbank vor der Finanzierungsplanung kann zusätzliche, oft übersehene finanzielle Vorteile aufdecken.

Der Unterschied zwischen Marktwert und Verkehrswert

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Marktwert und Verkehrswert oft synonym verwendet, wobei der Verkehrswert eine formal nach genormten Bewertungsverfahren (Vergleichs-, Sach- oder Ertragswertverfahren) ermittelte Größe darstellt, während der tatsächlich erzielte Marktpreis von Angebot und Nachfrage im konkreten Einzelfall abweichen kann — nach oben bei hoher Nachfrage, nach unten bei längerer Vermarktungsdauer.

Wohnflächenberechnung: Worauf achten?

Die im Exposé angegebene Wohnfläche basiert häufig auf unterschiedlichen Berechnungsmethoden (Wohnflächenverordnung vs. DIN 277), die zu abweichenden Ergebnissen führen können — insbesondere bei Dachschrägen, Balkonen oder Terrassen, die nur anteilig angerechnet werden. Eine eigene überschlägige Nachmessung bei der Besichtigung kann helfen, größere Diskrepanzen frühzeitig zu erkennen.

Fazit: Der Hauskauf als langfristige Lebensentscheidung

Ein Hauskauf verbindet finanzielle, rechtliche und emotionale Dimensionen wie kaum eine andere Alltagsentscheidung. Wer sich Zeit für Recherche, Vergleich und fachkundige Beratung nimmt, reduziert das Risiko kostspieliger Fehler erheblich. Die hier vorgestellten Aspekte — von Kaufnebenkosten über Finanzierung bis zum Notartermin — bilden das Grundgerüst für eine informierte, selbstbewusste Kaufentscheidung, die über Jahrzehnte trägt und finanzielle wie persönliche Sicherheit schafft.

Steuerliche Aspekte beim Hauskauf

Wer eine Immobilie zur Vermietung erwirbt, kann die Anschaffungs- und Herstellungskosten über die Nutzungsdauer steuerlich abschreiben (Abschreibung für Abnutzung, AfA) — bei Bestandsimmobilien meist 2 % jährlich über 50 Jahre. Diese Abschreibung mindert die zu versteuernden Mieteinnahmen und ist ein wichtiger Faktor bei der Rentabilitätsberechnung einer Kapitalanlageimmobilie, spielt bei der selbstgenutzten Immobilie hingegen keine Rolle.

Der Energiestandard als Werttreiber

Mit steigenden Energiepreisen und schärferen gesetzlichen Anforderungen gewinnt der energetische Zustand einer Immobilie zunehmend an Bedeutung für den langfristigen Wert. Immobilien mit schlechter Energieeffizienzklasse können in Zukunft schwerer zu verkaufen oder zu vermieten sein und erfordern oft kostspielige Nachrüstungen — ein Faktor, der bei der Kaufentscheidung neben dem reinen Kaufpreis unbedingt mitgewichtet werden sollte.

Rechtliche Absicherung durch Rücktrittsklauseln

Im Reservierungsstadium vor dem eigentlichen Notartermin sollten Käufer vorsichtig mit sogenannten Reservierungsvereinbarungen sein, die teils Gebühren verlangen, ohne rechtlich bindend zu sein. Erst der notarielle Kaufvertrag selbst entfaltet volle Rechtswirkung — vorherige mündliche oder schriftliche Zusagen ohne notarielle Form sind rechtlich nicht bindend und können jederzeit von beiden Seiten zurückgezogen werden.

Vergleich Miete vs. Kauf langfristig

AspektMieteKauf
FlexibilitätHoch, kurzfristiger Wechsel möglichGering, Verkauf aufwändiger
Monatliche BelastungReine KonsumausgabeTeilweise Vermögensbildung durch Tilgung
InstandhaltungsverantwortungBeim VermieterBeim Eigentümer selbst
Langfristige KostenentwicklungMietsteigerungen möglichNach Volltilgung planbar niedrig

Ein Immobilienkauf bleibt eine der einschneidendsten finanziellen Entscheidungen im Leben — mit guter Vorbereitung, realistischer Kalkulation und fachkundiger Unterstützung an den richtigen Stellen wird er jedoch zu einem gut steuerbaren, lohnenden Projekt statt zu einem Risiko.

Diese Übersicht sollte Ihnen als solide Grundlage für Ihre eigene Kaufentscheidung dienen — nutzen Sie zusätzlich unseren Rechner und ziehen Sie bei komplexeren Fragen fachkundige Beratung hinzu.

Letzte Gedanken zur Kaufentscheidung

Ein Immobilienkauf sollte niemals unter Zeitdruck getroffen werden, auch wenn ein Objekt attraktiv erscheint und andere Interessenten Druck aufbauen. Nehmen Sie sich die notwendige Zeit für Recherche und Prüfung — der finanzielle und persönliche Einsatz ist zu hoch für vorschnelle Entscheidungen.

Viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben.

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen und gut abgesicherten Hauskauf.

Nutzen Sie die hier vorgestellten Informationen als Startpunkt für Ihre eigene, gründliche Recherche.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen Hauskauf?

Mindestens die Kaufnebenkosten (9-15% des Kaufpreises) sollten aus Eigenkapital stammen. Empfohlen: 20-30% Eigenkapital. Mehr Eigenkapital bedeutet niedrigere Zinsen und kleinere monatliche Raten. Mit unter 20% Eigenkapital zahlen Sie deutlich höhere Zinsen.

Was kostet ein Notar beim Hauskauf?

Notarkosten richten sich nach dem Kaufpreis und sind gesetzlich geregelt (GNotKG). Bei 300.000 EUR Kaufpreis: ca. 2.000-2.500 EUR für Beurkundung. Dazu Grundbucheintragung ca. 500-800 EUR. Zusammen ca. 1-1,5% des Kaufpreises.

Wie lange dauert ein Hauskauf in Deutschland?

Von der Unterzeichnung beim Notar bis zum Eigentumsübergang (Schlüsselübergabe) dauert es typischerweise 6-10 Wochen. In dieser Zeit wird die Grunderwerbsteuer gezahlt, die Auflassungsvormerkung eingetragen und schließlich die Eigentumsumschreibung vorgenommen.

Muss ich beim Hauskauf einen Makler nehmen?

Nein. Sie können auch ohne Makler kaufen — direkt vom Eigentümer oder über Portale. Mit Makler kostet das 3,57% des Kaufpreises (seit 2020 hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt). Makler haben aber oft Zugang zu nicht öffentlich inserierten Objekten.

📚 Quellen: §311b BGB, GrEStG, GNotKG, Grundbuchordnung · Alle Angaben ohne Gewähr · Stand Juli 2026

Sollte ich einen Bausachverständigen beauftragen?

Besonders bei älteren Immobilien empfehlenswert — das Honorar zahlt sich durch aufgedeckte Mängel oft mehrfach aus.

Wie lange dauert es bis zur Schlüsselübergabe?

Die Grundbuchumschreibung dauert meist mehrere Wochen bis Monate; die Übergabe erfolgt üblicherweise nach vollständiger Kaufpreiszahlung.

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