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Wohngeld 2026: Anspruch, Höhe und Antrag – Vollständiger Ratgeber

Mietstufen, Einkommensgrenzen und Antrag bei der Wohngeldstelle

📅 Aktualisiert: Juli 2026
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Dr. Anna Bergmann
Steuerexpertin & Chefredakteurin · DeutscheRechner.de · 📅 Aktualisiert: Juli 2026

Das Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zur Miete oder zu den Kosten für selbst genutztes Wohneigentum. Seit der großen Wohngeldreform im Januar 2023 erhalten deutlich mehr Haushalte Wohngeld — und die Beträge sind erheblich gestiegen. Durchschnittlich werden 2026 rund 370 Euro pro Monat ausgezahlt.

Wer hat Anspruch auf Wohngeld?

Anspruch auf Wohngeld haben Haushalte mit geringem Einkommen, die ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. Wichtig: Wer Bürgergeld, Sozialhilfe oder ähnliche Leistungen bezieht, hat in der Regel keinen Wohngeldanspruch — die Unterkunftskosten sind dann bereits in diesen Leistungen enthalten.

Typische Anspruchsberechtigte

Wie hoch ist das Wohngeld 2026?

Die Höhe des Wohngelds hängt von drei Faktoren ab: der Haushaltsgröße, dem Gesamteinkommen und der Mietstufe der Gemeinde. Deutschland ist in sieben Mietstufen eingeteilt — von Mietstufe I (günstige ländliche Regionen) bis Mietstufe VII (sehr teure Großstädte wie München oder Frankfurt).

HaushaltsgrößeMietstufe III (Ø)Mietstufe VI (teuer)
1 Personca. 190 EURca. 310 EUR
2 Personenca. 280 EURca. 430 EUR
3 Personenca. 360 EURca. 540 EUR
4 Personenca. 430 EURca. 650 EUR
5 Personenca. 510 EURca. 760 EUR
Wichtig: Diese Tabelle zeigt Richtwerte. Der tatsächliche Wohngeldbetrag wird individuell berechnet und hängt von Ihrem genauen Einkommen und der berücksichtigungsfähigen Miete ab. Nutzen Sie unseren Wohngeldrechner für eine persönliche Schätzung.

Mietstufen in Deutschland

Die Mietstufe Ihrer Gemeinde bestimmt, wie viel Miete beim Wohngeld berücksichtigt wird. Die Einteilung wird regelmäßig aktualisiert.

MietstufeBeispielstädte
Mietstufe IKleine Gemeinden in Sachsen, Thüringen, Brandenburg
Mietstufe IIMagdeburg, Erfurt, Chemnitz
Mietstufe IIILeipzig, Dresden, Hannover, Dortmund
Mietstufe IVKöln, Stuttgart, Düsseldorf, Nürnberg
Mietstufe VBerlin, Hamburg, Bonn
Mietstufe VIFrankfurt am Main
Mietstufe VIIMünchen

Einkommensgrenzen für Wohngeld 2026

Das Wohngeld wird nur gezahlt, wenn das Haushaltseinkommen bestimmte Höchstgrenzen nicht überschreitet. Diese Grenzen hängen von der Haushaltsgröße und der Mietstufe ab. Als grobe Orientierung:

In höheren Mietstufen sind die Grenzen etwas großzügiger — weil die Mietkosten dort höher sind.

Wohngeld beantragen: So geht's

Schritt 1: Zuständige Stelle finden

Das Wohngeld wird bei der Wohngeldstelle der Gemeinde oder des Landkreises beantragt. In größeren Städten gibt es eigene Wohngeldstellen, in kleineren Gemeinden ist es oft das Sozialamt oder Bürgeramt.

Schritt 2: Unterlagen zusammenstellen

Schritt 3: Antrag stellen und warten

Der Antrag wird persönlich oder per Post eingereicht. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 4-8 Wochen. Das Wohngeld wird rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung gewährt — also nicht zögern und so früh wie möglich beantragen!

Wohngeld und Heizkostenzuschuss

Seit 2022 erhalten Wohngeldhaushalte auch einen Klimakomponente-Zuschlag, der steigende Energiekosten abfedern soll. Dieser Zuschlag ist bereits in den erhöhten Wohngeldbeträgen der Reform 2023 enthalten und wird automatisch berücksichtigt.

Wohngeld vs. Bürgergeld: Was ist besser?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Wohngeld lohnt sich besonders, wenn:

Bürgergeld ist besser, wenn das Gesamteinkommen sehr niedrig ist und auch Lebenshaltungskosten bezuschusst werden müssen.

💡 Tipp: Sie können beim Jobcenter oder Sozialamt eine kostenlose Beratung anfordern, welche Leistung für Sie günstiger ist. Ein Rechtsanspruch auf Wohngeld besteht, solange die Voraussetzungen erfüllt sind — es lohnt sich immer, einen Antrag zu stellen!

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Häufige Fragen (FAQ)

Bekomme ich Wohngeld wenn ich Bürgergeld erhalte?

Nein. Wer Bürgergeld bezieht, hat grundsätzlich keinen Wohngeldanspruch, da die Unterkunftskosten bereits im Bürgergeld enthalten sind. Umgekehrt gilt: Wer Wohngeld beantragt und bewilligt bekommt, sollte prüfen, ob er aus dem Bürgergeld-Bezug herauskommt — das kann finanziell günstiger sein.

Kann ich Wohngeld und Kinderzuschlag gleichzeitig bekommen?

Ja! Wohngeld und Kinderzuschlag können gleichzeitig bezogen werden. Der Kinderzuschlag wird über die Familienkasse beantragt, das Wohngeld bei der Wohngeldstelle. Zusammen können diese Leistungen Familien erheblich entlasten.

Wie lange gilt ein Wohngeldbescheid?

Wohngeldbescheide werden in der Regel für 12 Monate ausgestellt. Danach muss ein neuer Antrag gestellt werden. Ändert sich das Einkommen oder die Haushaltsgröße wesentlich, ist eine Änderungsmitteilung Pflicht.

Gilt Wohngeld auch für Eigenheimbesitzer?

Ja! Eigentümer, die ihr Haus oder ihre Wohnung selbst bewohnen, können den sogenannten Lastenzuschuss beantragen. Dieser funktioniert wie das Wohngeld für Mieter, berücksichtigt aber die Belastungen aus dem Eigenheim (Zinsen, Tilgung).

Was passiert wenn ich zu viel Wohngeld erhalten habe?

Überzahlungen müssen zurückgezahlt werden. Das passiert zum Beispiel, wenn sich das Einkommen erhöht hat und die Änderung nicht gemeldet wurde. Deshalb: Einkommensveränderungen immer umgehend der Wohngeldstelle mitteilen!

📚 Quellen: §§ 1-42 WoGG (Wohngeldgesetz), Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen · Alle Angaben ohne Gewähr · Stand Juli 2026