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📅 Aktualisiert: August 2026

Elternunterhalt-Rechner 2026

Pflicht & Höhe

Familie kümmert sich um pflegebedürftige Eltern

Foto: lucas Favre auf Unsplash

Seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz müssen erwachsene Kinder erst ab einem eigenen Jahresbruttoeinkommen von 100.000 € Elternunterhalt zahlen — für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung entfällt diese Verpflichtung damit vollständig, was viele Familien enorm entlastet hat.

Diese Regelung greift vor allem bei Pflegebedürftigkeit der Eltern, wenn deren eigenes Einkommen und Vermögen nicht ausreicht, um Pflegeheimkosten oder häusliche Pflege zu decken.

📋 Rechtliche Grundlage: §94 Abs. 1a SGB XII (Angehörigen-Entlastungsgesetz). Einkommensgrenze: 100.000 € Jahresbrutto — erst darüber besteht grundsätzlich Unterhaltspflicht.
€/Jahr

Unter 100.000 € → kein Elternunterhalt!

€/Mon.
€/Mon.
€/Mon.
Pflicht zum Elternunterhalt?
Max. Elternunterhalt
Selbstbehalt
Verfügbares Einkommen
Jahreseinkommen
100.000 € Grenze
Nettoeinkommen bereinigt
Selbstbehalt (2.000 € + Wohnen)
Sonstige Verbindlichkeiten
Verfügbares Einkommen
Max. Elternunterhalt (50%)
Angehörigenentlastungsgesetz 2020: Kinder mit Jahresbruttoeinkommen unter 100.000 € sind vollständig vom Elternunterhalt befreit — das Sozialamt darf diese Kinder nicht mehr zur Kasse bitten. Nur bei Einkommen über 100.000 € wird geprüft.
🛡️ Zuletzt aktualisiert: 11. August 2026
Geprüft nach: §94 Abs. 1a SGB XII
Was der Rechner berücksichtigt: 100.000-€-Einkommensgrenze als zentrales Kriterium für die Unterhaltspflicht
Was der Rechner nicht berücksichtigt: Genaue Berechnung der Unterhaltshöhe oberhalb der Grenze, Vermögensanrechnung im Detail

📊 Rechenbeispiel: 120.000 € Brutto · 5.500 € Netto · 1.200 € Wohnen · 300 € Verbindl.

Jahreseinkommen
120.000 € (über 100k → Prüfung)
Selbstbehalt
2.000 + 1.200 = 3.200 €
Verfügbar
5.500 − 3.200 − 300 = 2.000 €
Max. Unterhalt (50%)
1.000 €/Mon.

Die 100.000-€-Grenze im Detail

Maßgeblich ist das eigene Jahresbruttoeinkommen des unterhaltspflichtigen Kindes, nicht das der Eltern. Liegt das Einkommen unter dieser Grenze, besteht keine Zahlungspflicht — das Sozialamt kann in diesem Fall nicht auf das Einkommen des Kindes zugreifen, selbst wenn die Pflegekosten der Eltern nicht vollständig gedeckt sind.

Was passiert oberhalb der Grenze?

Bei einem Einkommen über 100.000 € wird die konkrete Unterhaltshöhe individuell berechnet, unter Berücksichtigung von Selbstbehalt, eigenen Verpflichtungen (z.B. eigene Kinder) und der finanziellen Gesamtsituation.

⚠️ Häufige Fehler

1. Einkommensgrenze mit dem der Eltern verwechseln: Maßgeblich ist das Einkommen des unterhaltspflichtigen Kindes, nicht das der pflegebedürftigen Eltern.
2. Bruttoeinkommen mit Nettoeinkommen verwechseln: Die 100.000-€-Grenze bezieht sich auf das Jahresbruttoeinkommen.
3. Vermögen bei niedrigem Einkommen als automatisch geschützt ansehen: In seltenen Fällen kann trotz niedrigem Einkommen größeres Vermögen relevant werden.
4. Reform als für alle Fälle rückwirkend ansehen: Die Entlastung gilt für laufende und neue Fälle, alte, bereits rechtskräftig festgelegte Unterhaltsansprüche können abweichend behandelt werden.
5. Bei Einkommen knapp über der Grenze völlige Zahlungspflicht annehmen: Auch oberhalb der Grenze wird die konkrete Höhe individuell und moderat berechnet, nicht automatisch in voller Höhe.

🔍 Sonderfälle

Vermögen der Kinder: Auch bei einem Einkommen unter 100.000 € kann unter bestimmten Umständen auf größeres Vermögen zurückgegriffen werden — dies wird in der Praxis aber selten durchgesetzt.

Mehrere unterhaltspflichtige Kinder: Bei mehreren Kindern wird die Unterhaltspflicht (sofern eine besteht) anteilig nach Leistungsfähigkeit verteilt.

🏛️ Zuständige Behörden

Sozialamt
Prüfung der Unterhaltspflicht
📚 Rechtsgrundlagen & Quellen (Stand: 2026):
§94 Abs. 1a SGB XII

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Häufige Fragen

Wer muss Elternunterhalt zahlen?

Nur Kinder mit einem Jahresbruttoeinkommens über 100.000 €. Unter dieser Grenze: vollständige Befreiung (Angehörigenentlastungsgesetz 2020). Bei über 100.000 €: Prüfung des bereinigten Nettoeinkommens abzüglich Selbstbehalt (2.000 €/Mon. + Wohnkosten + weitere Verbindlichkeiten).

Zählen Schwiegerkinder zum Elternunterhalt?

Nein — Schwiegerkinder sind nicht unterhaltspflichtig. Das Einkommen des Ehepartners des unterhaltspflichtigen Kindes wird nur indirekt berücksichtigt (gemeinsame Haushaltsführung senkt Kosten). Jedes Kind wird einzeln und unabhängig geprüft.

Welches Vermögen ist beim Elternunterhalt geschützt?

Schonvermögen: Ca. 100.000 € Schonvermögen (nicht gesetzlich festgelegt, aber Gerichtspraxis). Selbst genutztes Eigenheim: Regelmäßig nicht zu verwerten. Altersvorsorge (angemessen): Geschützt. Vermögen über dem Schonvermögen: Kann für Elternunterhalt herangezogen werden.

Was passiert wenn Eltern Vermögen verschenkt haben?

Schenkungen der Eltern können zurückgefordert werden (§528 BGB) wenn die Eltern dadurch unterhaltsbedürftig wurden. Frist: 10 Jahre. Das Sozialamt kann anstelle der Eltern die Rückforderung betreiben. Deshalb: Schenkungen zu Lebzeiten sorgfältig planen und ggf. Nießbrauch vorbehalten.

Muss ich als Kind für die Pflegeheimkosten meiner Eltern aufkommen?

Nur wenn Ihr eigenes Jahresbruttoeinkommen über 100.000 Euro liegt — für die überwiegende Mehrheit der erwachsenen Kinder in Deutschland entfällt diese Verpflichtung seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz vollständig. Das Sozialamt kann bei geringerem Einkommen nicht auf Sie zugreifen, selbst wenn die Pflegekosten der Eltern nicht vollständig durch deren eigenes Einkommen und Vermögen gedeckt sind.