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📅 Aktualisiert: August 2026

Verlustvortrag-Rechner 2026

Verlustverrechnung §10d EStG

Unterlagen zur Berechnung des Verlustvortrags

Foto: Kelly Sikkema auf Unsplash

Ein steuerlicher Verlust kann nicht nur mit Gewinnen desselben Jahres verrechnet werden, sondern auch als Verlustvortrag in zukünftige Jahre übertragen werden — dies mindert die Steuerlast in Gewinnjahren und ist besonders für Unternehmen mit schwankenden Ergebnissen relevant.

Bei sehr hohen Gewinnen in einem Jahr greift die sogenannte Mindestbesteuerung: Verlustvorträge können den Gewinn nicht beliebig auf null reduzieren, sondern nur bis zu einem bestimmten Sockelbetrag vollständig, darüber hinaus nur anteilig.

📋 Rechtliche Grundlage: §10d EStG. Verlustrücktrag: bis 1 Mio. € ins Vorjahr. Verlustvortrag: zeitlich unbegrenzt, mit Mindestbesteuerungsregelung ab 1 Mio. € Gewinn.
EUR
EUR
Verrechenbarer Verlust
Steuerersparnis
Verbleibender Vortrag
Steuer ohne Vortrag
🛡️ Zuletzt aktualisiert: 11. August 2026
Geprüft nach: §10d EStG
Was der Rechner berücksichtigt: Grundprinzip von Verlustrücktrag und -vortrag, Mindestbesteuerungsregelung
Was der Rechner nicht berücksichtigt: Exakte Berechnung bei komplexen Unternehmensstrukturen, Verlustverrechnungsbeschränkungen bei bestimmten Einkunftsarten

📊 Rechenbeispiel: 20.000 EUR Verlustvortrag, 50.000 EUR Einkommen

Verrechenbarer Verlust
20.000 EUR
ZvE nach Verrechnung
30.000 EUR
Steuer ohne VV (ca.)
8.700 EUR
Steuer mit VV (ca.)
4.200 EUR
Steuerersparnis
ca. 4.500 EUR

Verlustrücktrag vs. Verlustvortrag

Beim Verlustrücktrag wird ein Verlust rückwirkend mit dem Gewinn des Vorjahres verrechnet (bis zu einer Höchstgrenze), was zu einer Steuererstattung führen kann. Beim Verlustvortrag wird der Verlust in zukünftige Jahre übertragen und mindert dort spätere Steuerlast — dies ist zeitlich unbegrenzt möglich.

Die Mindestbesteuerung

Gewinne bis 1 Million Euro können vollständig mit Verlustvorträgen verrechnet werden. Oberhalb dieser Grenze ist nur noch eine 60%-Verrechnung des übersteigenden Betrags möglich — die restlichen 40% unterliegen trotz vorhandenem Verlustvortrag der Besteuerung.

⚠️ Häufige Fehler

1. Verlustrücktrag und -vortrag verwechseln: Beide haben unterschiedliche Wirkungsweise und zeitliche Anwendung.
2. Mindestbesteuerung bei hohen Gewinnen nicht einkalkulieren: Auch bei ausreichendem Verlustvortrag kann oberhalb von 1 Mio. € Gewinn dennoch Steuer anfallen.
3. Untergang von Verlustvorträgen bei Anteilseignerwechsel übersehen: Dies kann bei Unternehmenskäufen/-verkäufen relevant werden.
4. Verlustverrechnungsbeschränkungen einzelner Einkunftsarten ignorieren: Nicht alle Verluste können unbeschränkt mit allen Gewinnarten verrechnet werden.
5. Verlustvortrag zeitlich als begrenzt ansehen: Anders als beim Rücktrag gibt es beim Vortrag keine zeitliche Begrenzung.

🔍 Sonderfälle

Verlustvortrag bei Unternehmensverkauf: Bei einem Anteilseignerwechsel können bestehende Verlustvorträge unter bestimmten Umständen (teilweise) untergehen.

Verschiedene Einkunftsarten: Verluste aus bestimmten Einkunftsarten (z.B. Kapitalvermögen) können nur eingeschränkt mit anderen Einkunftsarten verrechnet werden.

🏛️ Zuständige Behörden

Finanzamt
Feststellung des Verlustvortrags
ELSTER →
📚 Rechtsgrundlagen & Quellen (Stand: 2026):
§10d EStG

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Häufige Fragen

Was ist der Verlustvortrag?

Verluste aus Vorjahren können in Folgejahren steuermindernd abgezogen werden. Unbegrenzt zeitlich vortragbar. Max. pro Jahr: 1 Mio. EUR voll, darüber 60% (Mindestbesteuerung).

Was ist die Mindestbesteuerung?

Bei sehr hohen Verlustvortragen: Max. 1 Mio. EUR + 60% des Mehreinkommens abziehbar pro Jahr. Verhindert vollstaendige Steuerbefreiung. Rest bleibt als Vortrag ins Folgejahr.

Kann ich Kapitalverluste vortragen?

Nur mit Kapitalgewinnen verrechenbar (Aktienverluste nur mit Aktiengewinnen). Nicht mit normalem Einkommen verrechenbar. Gesonderte Verlustverrechnungstopf-Berechnung durch Depotbank.

Wie beantrage ich den Verlustvortrag?

Automatisch in der Steuererklarung (Anlage G, N, V, KAP). Verlustfeststellungsbescheid vom Finanzamt beantragen (separater Bescheid). Wird jedes Jahr fortgeschrieben. Beim Umzug in anderen Bezirk mitnehmen.

Wie lange kann ich einen Verlustvortrag nutzen?

Der Verlustvortrag ist zeitlich unbegrenzt nutzbar — er kann so lange in zukünftige Jahre vorgetragen werden, bis er vollständig mit Gewinnen verrechnet wurde. Bei sehr hohen jährlichen Gewinnen (über 1 Million Euro) greift jedoch die Mindestbesteuerung, die eine vollständige Verrechnung in einem einzelnen Jahr einschränken kann.